Bettwanzen - wer sind sie, was tun sie?


Bettwanzenfamilie - wohl frisch gesaugt, da ziemlich prall anzusehen. Dies in allen Grössen incl. Kotspuren.
Bettwanzenfamilie - wohl frisch gesaugt, da ziemlich prall anzusehen. Dies in allen Grössen incl. Kotspuren.

 

Bettwanzen (Cimex lectularius) sind rotbraune, flache, käferähnliche Insekten ohne Flügel. Ausgewachsene Tiere können 4-6 mm lang werden. In vollgesogenem Zustand erreichen sie eine Länge von bis zu 9 mm (ähnlich wie ein Apfelkernchen).

 


 

Unmittelbar nach dem Blutsaugen ist ihr Körper runder und dunkler, die Weibchen in einer eher rundlichen Form, ab und an jedoch auch in einer langen Form. Die Männchen meist etwas kleiner und in einer eher länglichen Form.

 


Wissenswertes über die Bettwanzen:

Die Bettwanzen gehören zu den Flachwanzen, daher kann sie sich auch sehr gut in schmalen Ritzen verstecken. Sie ist auch unter dem Namen "Tapentenflunder" bekannt.

Ein Wanzenweibchen legt pro Woche 15 bis 25 Eier ab, aus denen innerhalb 14 bis 21 Tagen (je nach Wohlfühltemperatur) die Nymphen schlüpfen. Bis zum adulten (erwachsenen) Stadium durchlaufen die Nymphen 5 Stadien. In jedem Stadium muss das Tier mindestens 1 x eine Blutmahlzeit zu sich genommen haben. Schafft sie dies, so kann sich sich innerhalb von 6 Wochen zu einer erwachsenen Wanze entwickeln.

Wissenschaftler haben belegt dass Bettwanzen vorzugsweise Nachts Blut bei Menschen, seltener bei Haustieren, saugen. Dies üblicherweise in der Zeit zwischen 2h und 6h - meist wenn der Mensch sich im Tiefschlaf befindet und einen veränderten CO²-Ausstoß (wahrnehmbar für die Wanzen) vorliegt. Ein "ungestörter" Saugvorgang kann zwischen 3 und 15 Minuten dauern.


 

Bettwanzenbisse / Stiche  - Fotos dazu unter Galerie!

 

Es kann vorkommen, dass Bettwanzenstiche/Bisse mit Mückenstichen verwechselt werden. Einige Menschen reagieren nach einem Bettwanzenstich durch die betäubenden Stoffe, welche die Bettwanze mit ihrem Speichel aussondert, allergisch. Aufgrund der Hautreaktionen, welche jedoch  durch andere Hauterkrankungen oder andere Parasiten sowie Insektenstiche durch andere Insekten ausgelöst werden können, kann meist auch durch einen Hautarzt keine genaue Diagnose gestellt werden. Oft kann eine sichere Diagnose erst gestellt werden, wenn in den Wohnräumen Bettwanzen nachgewiesen wurden. Ebenfalls kann es sein, dass die eine Person auf Bettwanzenstiche/Bisse mit Hautreaktionen reagiert, jedoch die andere Person zwar Bettwanzen im Raum hat, jedoch keine Hautreaktionen aufweist. Heutzutage geht man davon aus, dass nur 30% der Personen, die von Bettwanzen geplagt werden, mit Hautreaktionen reagieren. Bei rund 70% der Personen treten keine Beschwerden auf.

 

 

Wie erkenne ich Bettwanzen? - Und warum Hunde?

Neben den juckenden Stellen am Körper können auch andere Hinweise auf Bettwanzenbefall vorgefunden werden, wie z.B. Spuren von Blut auf dem Bettlaken, Kotspuren am Bett, Lattenrost oder in der Nähe des Bettes wie Nachttisch, Lampen oder Bildern, sowie Häutungen der Bettwanzen, ebenso in der genannten Umgebung.

Um über all die Vermutungen und Hinweise eine Gewissheit zu bekommen, werden Bettwanzenspürhunde eingesetzt. Denn nicht immer findet man o.g. Hinweise für Bettwanzen im Haushalt. Ein ordentlich ausgebildeter und einsatzfähiger Hund hat eine 95%ige Trefferquote. Dabei sollte man wenn möglich auf eine aktuelle Überprüfung durch eine Zertifizierungsstelle achten, die das Mensch-Hunde-Team jährlich auf die Einsatzfähigkeit und Korrektheit der Arbeit überprüft.

 

Aufgrund der vielfach höheren Riechleistung im Vergleich zum Menschen ist der Hund auch in der Lage einen sehr geringen Befall von Bettwanzen zu erschnüffeln (einzlene Wanzen, Eier oder die unterschiedlichen Entwicklungsstadien (Nymphenstadien).

Haben die Hunde einen Befall angezeigt - auch wenn es nur an einer Stelle ist - so ist eine Bettwanzenbekämpfung / Entwesung durch einen kompetenten Schädlingsbekämpfer unumgänglich (siehe unter Parnter & Bekämpfung von Bettwanzen auf unseren Seiten). Selbstbehandlungen führen seltenst zum Erfolg. Meist kommt es  durch unqualifiziertes Herumhantieren mit frei käuflichen Mitteln zu einer Verschlimmerung, Verschleppung oder Verteilung eines anfänglich noch kleinen Befalles. Wie sagt man so schön? "Schuster bleib bei Deinen Leisten"....... Fachmann gleich hinzugezogen ist günstiger als später durch Eingeninitiative mehr Unheil, und somit grössere Verbreitung, angerichtet zu haben. Doch auch hier sei Vorsicht geboten.... aktuell sind Scharlatane und Betrüger im Bereich Schädlingsbekämpfung unterwegs. Von daher - lieber dem Hundeführer bekannte Schädlingsbekämpfer hinzuziehen oder nachfragen.